
Freundlicherweise wurde mir von Synology, wie bereits erwähnt, eine NAS für den Heimgebrauch zur Verfügung gestellt. Weil ich mit NAS Geräten eigentlich immer nicht sonderlich gute Erfahrungen machte, war das ganze sehr erfreulich und ich freute mich auf das Testgerät. Das Gerät ist für den Privathaushalt, oder aber bei kleineren Firmen einzuordnen.
Die Hardware
Bei dem Gerät handelt es sich um die Variante mit 2 Festplatten. Dort können Handelsübliche SATA Platten mit bis zu 2TB verbaut werden. Im Herzen der NAS schlägt ein CPU mit 1.2 GHz und RAM in Höhe von 256MB. Von Außen erreicht man die NAS mit einem Gigabit Ethernet Port, und zwei USB 2.0 Ports. Das Gehäuse besteht aus Plastik, ist von der Verarbeitung dennoch ziemlich hochwertig. Die Geräuschdämmung könnte meiner Meinung nach etwas besser sein. Der Funktionsumfang der Hardware macht das ganze aber wieder klar. Das Gerät kostet um die 150 bis 200 Euro und ist bei Amazon zu finden.Die Installation
Wenn man die Festplatten eingebaut hat, und die NAS das erste mal startet dann tut sich erstmal… …nichts. Das liegt daran, dass die NAS über keinen Internen Speicher verfügt und man die Festplatten erst einmal formatieren und partionieren muss. Das ganze läuft über eine Software (Verfügbar für Mac OS, Linux und Windows) die man sich entweder auf der Synology Seite herunterladen oder aber auf der beigelegten CD zu finden ist. Man bekommt dort eine Oberfläche die die NAS sucht (DHCP vorrausgesetzt) und dann sie anspricht und die Konfiguration durchführt.Das funktioniert zwar ganz gut, könnte aber meiner Meinung nach mit etwas internen Speicher besser und vorallen Einsteiger freundlicher gelöst werden. Die Festplatten können im RAID 0 oder aber im RAID 1 betrieben werden. Also je nachdem ob man lieber Performance oder Ausfallsicherheit haben möchte. Danach wird man im Browser von dem wirklich großartigen Verwaltungsinterface begrüßt.Die Verwaltung
Hier spielt Synology wirklich seine Stärken aus. Und das DSM ist wirklich eines der besten Verwaltungsoberflächen die mir in meiner Informatiker Laufbahn über den Weg liefen. Sie ähnelt sehr KDE und man kann wirklich alles ziemlich einfach einstellen. Es werden alle Punkte die man so auf einer NAS so braucht ziemlich gut erklärt und auch verständlich visualisiert. Es fängt bei den Gruppen und Benutzern an und hört bei VPN und Webservern auf. Die Oberfläche ist modular aufgebaut. Man kann also aus einer Verwaltung diverse Applikationen wie VPN/DHCP/Media Server nachziehen und so z.B. für seine Squeezebox von Logitech direkt einen Streaming Server bereit stellen. Das ist ziemlich gut gelöst, weil nichts wäre schrecklicher als eine vollkommen überladene Oberfläche mit 1000 Applikationen die man wahrscheinlich niemals braucht. Die Oberfläche läuft bei mir im Google Chrome wirklich verdammt zügig und fühlt sich an wie ein Reguläres System. Wenn man nicht weiter weiß dann bringt die DSM Hilfe so ziemlich für jeden Fall eine passende Lösung.
Angesprochen kann das Gerät über eine normale Samba Share, verschiedene Protokolle wie DLNA, iTunes Media Server, oder so sind auch dabei. Die Ordner können unproblematisch für jeden oder aber nur für spezielle Benutzer freigegeben werden.
Die Performance
Die Dateien (10MB, 100MB, 500MB, 4GB, 10GB) wurden mit dd erstellt, dann auch mit DD kopiert. Dazwischen war ein Gigabit Netzwerk mit entsprechendem Switch und der passenden Verkabelung.
Schreiben:
1 2 3 4 5 | 10485760 bytes (10 MB) copied, 0.461159 s, 22.7 MB/s 104857600 bytes (105 MB) copied, 2.65425 s, 39.5 MB/s 524288000 bytes (524 MB) copied, 16.3636 s, 32.0 MB/s 4194304000 bytes (4.2 GB) copied, 90.651 s, 46.3 MB/s 10485760000 bytes (10 GB) copied, 204.57 s, 51.3 MB/s |
Und einmal Lesen:
1 2 3 4 5 | 10485760 bytes (10 MB) copied, 0.237521 s, 44.1 MB/s 104857600 bytes (105 MB) copied, 1.42692 s, 73.5 MB/s 524288000 bytes (524 MB) copied, 9.15678 s, 57.3 MB/s 4194304000 bytes (4.2 GB) copied, 63.8892 s, 65.6 MB/s 10485760000 bytes (10 GB) copied, 163.503 s, 64.1 MB/s |
Weil man diese Informationen natürlich nicht sonderlich im Alltag gebrauchen kann kopierte ich noch einen Ordner mit vielen einzelnen Dateien. Ich nahm dafür ein entpacktes Open Office mit ein paar Tausend Dateien. Der Transfer ging daher wesentlich langsamer von statten und dauerte 3 Minuten und 25 Sekunden. Und das für ganze 272MB. Das entspricht grade mal 10Mbit/s – Problem ist halt, dass ich cp zum kopier verwendet hatte, welches halt Datei für Datei kopiert. Nicht sonderlich elegant und erzeugt zugleich eine hohe I/O-Last. Dennoch, bei den Transferraten ist es ohne weiteres möglich Full HD Filme zu streamen und diese auf mehreren Geräten von der NAS abzuspielen. Entsprechende Netzwerkinfrastruktur sollte dennoch vorhanden sein, da kann dann auch das Gerät nicht weiterhelfen.